Endoparasiten bei Hund und Katze - Tierarztpraxis Wolfsgraben Dipl Tzt Susanne Holzbecher

Tierarztpraxis Wolfsgraben - Mag. med. vet. Susanne Holzbecher

ENDOPARASITEN bei Hund und Katze

WÜRMER (Helminthen)

Zestoden (Bandwürmer)

sind flach und bandförmig und parasitieren im Dünndarm ihrer Endwirte.

Sie bestehen aus einem Kopf (Skolex) und den Gliederketten (Proglottiden).

Die Proglottiden enthalten die Bandwurmeier und werden mit dem Kot ausgeschieden.

Die Entwicklung läuft über einen oder mehrere  Zwischenwirte.

Entwicklung:

Das  Ei  wird vom Zwischenwirt oral aufgenommen  – die Hakenlarve penetriert die Darmwand und wird über Blut oder Lymphe im Körper verteilt  -  Finnen entstehen an Prädilektionsstellen, die dann vom Endwirt (infiziertes Fleisch, Floh)  aufgenommen werden. Dort setzt sich der Bandwurmkopf in der Darmschleimhaut fest und entwickelt sich zum adulten Bandwurm.

 

Beim Hund: 

Dipylidium caninum  (Gurkenkernbandwurm)

Die Entwicklung verläuft über einen Zwischenwirt (Floh). Proglottiden sind reiskornähnlich und enthalten die Bandwurmeier. Sie werden mit dem Kot abgesetzt und kleben oft noch im Bereich des Anus am Fell.

Die Infektion erfolgt durch Schlucken des infizierten Flohs (Zwischenwirt).

 

Echinococusarten (multilocularis, granulosus)

Der Hund infiziert sich durch Aufnahme von infizierten Beutetieren  wie  Kleinnagern (Zwischenwirt). Ein Befall im Bereich des Darmes verursacht beim Endwirt (Fuchs, Katze, Hund) geringe klinische Symptome.

Der Mensch infiziert sich durch Aufnahme von Wurmeiern (ungewaschene Waldfrüchte oder Fuchs-, Hunde-,  Katzenkot, Hunde-, Katzenfell).

Der Mensch ist hier der Zwischenwirt. Es kommt zur alveolären Echinokokkose  in der Leber und Lunge, die sogar tödlich enden kann.

Mesocestoides spp.

Der Endwirt (Hund, Katze) infiziert sich durch Aufnahme von infizierten Kleinnagern und Vögeln.

Taenia spp.

Infektion des Endwirtes durch Aufnahme von infizierten Kleinnagern.

 


Nematoden (Rundwürmer) des Darmtraktes

Spulwürmer (Toxocara spp.)

Welpen können sich pränatal über ruhende Wurmlarven oder über die Muttermilch infizieren.

Sie können durch wandernde Larven schwer erkranken (Husten, Pneumonie, Nasenausfluss).

Bei Darmbefall kommt es zum Erbrechen, Durchfall,  Koliken, Fieber, Abmagerung oder Entwicklungsstörungen. Das Haarkleid wird glanzlos und struppig.

Eine Infektion ist auch oral über Aufnahme von Wurmeiern mit infektionsfähigen Larven, beim Schnuppern, über Nahrung oder über Aufnahme von Nagern möglich.

Entwicklung : Ei – Larven (wandern vom Darm über Leber, Lunge, Luftröhre, Kehlkopf wieder in den Dünndarm, wo sie geschlechtsreif werden) – adulter Wurm.

Bei guter Immunitätslage gelangen die Larven auf dem Blutweg in  die Lunge und verteilen sich dann in verschiedenen Organen und der Muskulatur. Dort bilden sie Kapseln aus und begeben sich in ein Ruhestadium. Während der Trächtigkeit, durch die Hormonumstellung, werden sie wieder aktiviert. Sie wandern über die Plazenta in die Leber der Föten.

Der Mensch kann sich durch Kontakt mit Hundekot infizieren. Es kann dadurch zu Schäden am ZNS, Auge und der Muskulatur kommen, und zwar durch die “Larva migrans visceralis“.

Hakenwürmer (Ancyclostoma caninum  oder tubaeforme, Urcinaria stenocephala)

Die Infektion erfolgt in den ersten Tagen über die Muttermilch oder perkutane Penetration oder aber über Wirte wie die Maus und über orale Aufnahme von Wurmlarven.

Entwicklung: Ei – Larvenwanderung – adulte geschlechtsreife Würmer.

Beim aktiven Eindringen der Larven durch die Haut kann es zu Juckreiz und Ekzemen kommen.

Die Einwanderung erfolgt rein mechanisch über die Haarfollikel in die Blutgefäße und erreicht über Lymph- und venöse Gefäße das rechte Herz, die Lunge, Trachea, die Speiseröhre und den Darm.

Es kann zur Lungenentzündung, blutiger Darmentzündung und Blutarmut kommen.

Beim Menschen gibt es durch das aktive Eindringen der Larven durch die Haut Hautentzündungen.

 

Peitschenwurm (Trichuris vulpis)

ist ein Dickdarmparasit. Er ist ein Blutsauger und bohrt sich mit dem Vorderende in die Dickdarmschleimhaut. Dadurch wird die Darmwand verdickt und ödematös.

Entwicklung: Ei- Larve- adulter Wurm.

Infektion erfolgt durch orale Aufnahme von Wurmeiern. Es kommt zu  Blutarmut, blutiger Darmentzündung, Abmagerung und blutigem Kot.

 

Nematoden des Respirationstraktes

Lungenwürmer

kommen selten vor.

Entwicklung: Ei– Larve– adulter Wurm.

Eier gelangen mit dem Kot nach außen und nach Bildung des Larvenstadiums sind sie infektiös. Die Larven werden im Dünndarm frei und erreichen die Lunge auf dem Lymph- oder Blutweg.

Es kommt zur Atemnot, Bronchitis, Tracheitis, Husten oder Nasenausfluss.

Zwischenwirte wie Schnecken können vorhanden sein, es gibt direkte und indirekte Entwicklungen.


Herzwurm  (Dirofilaria immitis)

ist der bedeutendste Vertreter der Familie Filarien.

Zwischenwirte sind Stechmücken, die beim Saug-Akt die Mikrofilarien mit dem Blut aufnehmen.

Adulte Würmer leben in den Blutgefäßen und Lymphgefäßen, im Bindegewebe und in Körperhöhlen von Hund und Katze. Gerne findet man sie in der rechten Herzkammer.

Die ersten Larven (Mikrofilarien) treten im Blut auf. Die Übertragung erfolgt pränatal und über Stechmücken. Infizierte Tiere haben Problemen mit der Lunge, dem Herzen, der Leber und der Niere.  Es kommt zur Thrombenbildung.

Beim Hund bekommt die Filariose eine zunehmende Bedeutung als Reisekrankheit (Importhunde).

Protozoen

Giardien

sind einzellige Geißeltierchen (Flagellaten). Sie kommen im Darm vor. Sie stellen als Zoonose-Erreger beim Menschen eine Gefahr dar.

Die birnenförmigen Protozoen, die Trophozoiten, vermehren sich durch Zweiteilung. Sie heften sich an die Fortsätze der Zellen der Darmschleimhaut. Es beginnt die Umbildung zur widerstandsfähigen Zyste. Diese werden in großen Mengen mit dem Kot ausgeschieden.

Die Infektion erfolgt durch infektiöse Zysten über kontaminiertes Futter, Wasser oder Schmierinfektion. Fliegen können die Erreger weiter verbreiten.

Klinisch äußert sich die Giardiose mit hartnäckigem Durchfall (schleimig, oft mit Blutbeimengung).

 

Toxoplasmose (Toxoplasma gondii)

Der Hund ist einer von vielen Zwischenwirten, die Katze ist der Endwirt.

Hunde und ebenso der Mensch infizieren sich durch Aufnahme von zystenhaltigem Fleisch oder mit den im Katzenkot ausgeschiedenen Oozysten.

Es kann zu Erbrechen, Durchfall, Erhöhung der Körpertemperatur und zu Erkrankungen des zentralen Nervensystems kommen.

Die Katze ist der Endwirt und scheidet mit dem Kot Oozysten aus. Sie steckt sich durch Aufnahme von Toxoplasma-Zysten mit dem rohen Fleisch oder durch Aufnahme von Oozysten an.

Nach einer oralen Aufnahme von Toxoplasma-Zysten erfolgt eine ungeschlechtliche Vermehrung  in den Epithelzellen des Dünndarms. Durch Gametogonie kommt es zur Bildung von Oozyten, die über den Kot ausgeschieden werden.

Toxoplasmose ist eine Zoonose. Krankheitsanzeichen sind Fieber, Lymphknotenschwellungen im Halsbereich, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen.

Eine erstmalige Erkrankung einer schwangeren Frau im 1. oder 2. Drittel der Schwangerschaft kann zu erheblichen Schädigungen des Ungeborenen führen.

 

Babesiose (Babesia canis)

sind Protozoen und vermehren sich in den roten Blutkörperchen des Hundes. Überträger sind Dermacentor reticulatus (Auwaldzecke) und Rhipicephalus sanguineus  (Braune Hundezecke).

Symptome: Hohes Fieber, dunkler Urin, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Ikterus. Babesiose führt häufig zum Tod.

 

Leishmaniose (Leishmania donovani)

Sind auch Einzeller und vermehren sich in den weißen Blutkörperchen, insbesondere in den Monozyten. Sie schädigen innere Organe wie Leber, Milz und Nieren.

Symptome: Milzvergrößerung, Lymphknotenschwellung, Gewichtsverlust, Schwäche, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Haarausfall, papulöse Dermatitis und immunkomplex bedingte Symptome wie Arthritis Uveitis, Vaskulitis, Glomerulonephritis oder neurologische Störungen.

Leishmaniose ist eine Zoonose.

Die Übertragung  der Leishmanien erfolgt durch den Stich von Sandmücken (Phlebotomus spp.).

 

Hepatozoonose (Hepatozoon canis)

Der Erreger ist ein Einzeller in den weißen Blutkörperchen. Überträger ist die braune Hundezecke, nicht durch Stich, sondern durch Verschlucken der Zecke.

Symptome: Fieber, Blutarmut, Abmagerung, Lymphknotenschwellungen, Nasen– u. Augenausfluss, blutiger Durchfall, Muskelschwäche, steifer Gang, Todesfälle.


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